Rauchfrei Grillen
Der Höllenheiße HolzkohleGrill


Mein Praxis Test

Jürgen Langner, Bad Salzuflen den 3.11.2017

Vesuvio oder Feuerdesign waren mir bis vor kurzem noch kein Begriff. Vom Lotus Grill hatte ich schon gehört, aber ich war immer etwas skeptisch gegenüber den Versprechungen der Werbung. Bis mir eines Tages ein Vesuvio von Feuerdesign zum Testen zur Verfügung gestellt wurde. Ich erwartete mit Spannung die Ankunft meines Holzkohle Tischgrills. Nach einem Tag war er schon da. Wow, das ging schnell. Beim Auspacken fiel mir schon mal die Tragetasche auf, in der mein Vesuvio verstaut war. Tolle Idee, da kann man den Grill überall mit hinnehmen. Nach dem öffnen der Tragetasche kam er dann zum Vorschein. Das knallige Rot des Gehäuses unterstreicht noch mal, was der Grill können sollte: Power machen und Hitze erzeugen! Beim Rausnehmen aus der Tasche gleich der zweite positive Eindruck, der Grill fühlt sich bei der ersten Berührung qualitativ hochwertig an. Der erste Eindruck ist sehr gut!

Im Lieferumfang ist die Tragetasche und eine Grillzange enthalten, auch ein Lüftermodul, ein USB Ladekabel und ein 1000mAh Akku gehören dazu. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers liegt bei 129,00 Euro für das Set! So jetzt aber mal in der deutschen Bedienungsanleitung lesen, wie der Grill aufgebaut ist und was ich noch alles machen muss, um das erste mal zu grillen!

Ich bin erneut überrascht, der Vesuvio ist ohne Montage oder Schrauberei sofort einsatzbereit. Lediglich der Akku muss über das USB Kabel an eine USB Steckdose angeschlossen werden und etwa zwei Stunden nachgeladen werden. Ich habe ihn an ein Samsung Ladegerät für Handys angeschlossen. Das ich dann in eine Steckdose gesteckt habe. Es leuchtete sofort ein Lämpchen und ich ging davon aus, dass der Akku lädt. Also in Ruhe weiter lesen und auseinander bauen. Der Grillrost ist aus Edelstahl und ist durchgängig wie eine Spirale gedreht. Der Rost wird mit zwei Edelstahl Schnallen am pulver- beschichtetem Gehäuse fest gehalten. Unter dem Rost ist ein abnehmbarer Deckel, ebenfalls aus Edelstahl. Unter diesem Deckel befindet sich der Brennkorb aus Edelstahl, in den ungefähr 200 gr Holzkohle eingefüllt werden muss. Unter dem Brennkorb ist eine Brennschale, hier wird eine kleine Wurst Anzündgel aufgetragen. Das Gel wird mit einem Zündholz angezündet, der gefüllte Brennkorb aufgesetzt, Deckel drauf, Grillrost aufsetzen und mit den beiden Schnallen befestigen. Ich habe diesen Vorgang zwei mal gemacht, ohne den Grill in Betrieb zu nehmen. Übung macht ja bekanntlich den Grillmeister. Es ist kinderleicht und selbst von älteren Menschen problemlos zu schaffen. Auf jeden Fall ist es sehr viel einfacher, als einen herkömmlichen Grill vorzubereiten.

Es kribbelte natürlich in den Fingern, ich wollte jetzt grillen!! Schatz, haben wir noch Bratwürstchen im Kühlschrank?? Ja hatten wir, aber leider schon seit mehreren Tagen abgelaufen, so einen Mist aber auch! Doch dann viel mir ein, dass ich ja gar keine Brennpaste habe, bisher brauchte ich immer nur Grillanzünder. Damit war klar ich musste erstmal einkaufen. Also heute wird das nichts mit grillen! Inzwischen sollte der Akku doch aufgeladen sein, oder? Es leuchtet immer noch eine Lampe, nämlich die Blaue. Das bedeutet Akku ist geladen. Also abgestöpselt und den Schalter auf drei und siehe da, der Lüfter pustet wie unser Oma auf dem letzten Loch. Das kann nicht sein, ist der Lüfter defekt oder der Akku, oder beides? Dann kann ich meinen Test vergessen, ohne Lüfter geht bei diesen Grills nichts. Die Lampe am Lüftermodul müsste beim laden des Akkus rot leuchten und wenn er voll ist blau. Bei meinem leuchtet es nur blau und der Lüfter produziert einen Hauch Luftstrom. Jetzt bin ich enttäuscht, noch nicht einmal gegrillt und schon kaputt?? Der Akku kann ja einzeln ausgetauscht werden, also hole ich ihn erstmal aus dem Gehäuse des Lüftermotors. Da habe ich aber gestaunt, denn die Kontakte des Akkus waren mit Isolierfolie abgeklebt um den Akku vor Tiefentladung zu schützen. Also bevor der Akku geladen werden soll, müssen die Schutzstreifen entfernt werden, Akku wieder einsetzen und über das Ladekabel laden. Wow, jetzt leuchtet die rote Lampe am Lüftermodul, der Akku wird geladen. Vorher richtig die Bedienungsanleitung lesen ist doch hilfreich!!

Am nächsten Tag:

So jetzt geht er los, der Grilltest. Der Feuerkorb ist befüllt, die Brennpaste aufgetragen und entzündet. Der Brennkorb wird auf die Feuerschale gesetzt, Deckel und Rost drauf und festgeschnallt. Der Lüftermotor wird eingeschoben und auf Stufe 3 geschaltet. Die Spannung wächst, ein Geräusch entwickelt sich welches einem Gasbrenner ähnelt. Es entsteht ein leichter, kaum wahrnehmbarer Rauch, der laut Hersteller beim ersten Anfeuern immer entsteht. Das sind Rückstände und Öle von der Produktion, die schnell ausgebrannt sind. Beim zweiten Grillen habe ich so gut wie keinen Rauch mehr wahrgenommen. So bald das Geräusch leiser wird ist die Kohle auch schon durchgeglüht. Das ging bei mir schneller, als vom Hersteller angegeben. Nicht mal drei Minuten hat es gedauert bis sich eine enorme Hitze entwickelte. So, jetzt die Würstchen drauflegen, ich bin ganz aufgeregt. Promt sind mir die ersten Würstchen sofort verbrannt. Da habe ich den kleinen Vesuvio wohl total unterschätzt. Ich habe die Würstchen in die Mitte des Grills gelegt und das bei Stufe 3. Ein Anfängerfehler, denn hier ist die Hitze so groß wie im Vulkan, jedenfalls fast so! Also nach dem Durchglühen den Lüftermotor auf Stufe 2 runterschalten, die Hitze wird im nu reduziert, jetzt die Würstchen auflegen und wunderbar goldbraun bis dunkelbraun durch grillen! Ich habe acht normale Bratwürstchen aufgelegt und für uns vier Personen vier Würstchen fertig gegrillt. Die anderen vier habe ich an der Reling ganz außen auf dem Rost platziert. Dann habe ich den Lüfter auf 0 geschaltet und die fertigen Würstchen serviert. Wir haben gemeinsam gegessen und die leckeren Bratwürstchen mit Kartoffelsalat und Baguette verspeist. Dann bin ich wieder zum Grill habe den Lüfter auf 3 gestellt und die verbleibenden Würstchen in 2 bis 3 Minuten fertig gegrillt. Alles in allem, ein gelungener Grillabend mit Freunden. Ich bin mit dem ersten Praxis-Test sehr zufrieden. Nur eins muss ich bemängeln, die Grillzange kann ein Profi-Griller so nicht benutzen. Das Grillgut lässt sich mit den Silikon-Teilen nicht festhalten und rutscht immer wieder aus der Zange. Zum Glück habe ich herausgefunden, dass sich die Silikonkissen, die wo anders besser zu gebrauchen wären, ganz leicht abziehen lassen. Dann ist die Grillzange perfekt und man kann auch mariniertes Grillgut sicher greifen!

Ein paar Tage später:

Heute sind wir zu fünft und alle sind natürlich ganz heiß auf den neuen Grill. Heute kommen marinierte ausgebeinte Hähnchenkeulen, Putenspieße mit Paprika und Hähnchenröllchen mit Frischkäse und Aprikose auf den Grill. Eine wirkliche Herausforderung für den Vesuvio. Das ich zwischendurch Holzkohle nachfüllen muss war mir klar, da habe ich mich drauf eingestellt. Was wird mit den marinierten und fettigen Keulen? Die werden ja Fett lassen und nicht zu wenig. Also nochmal lesen, ah da gibt es einen Beipackzettel. Bei fettigem Grillgut bitte etwas Wasser in die Grillschale füllen. Gut, dass ich das gelesen habe denn später Wasser einfüllen kann zu einer Fettexplosion führen. Diesmal habe ich den Grill an seine Grenzen getrieben, aber auch das ist ja Sinn und Zweck eines Praxis-Tests. Vier große Keulen, zwei Putenspieße auf einmal sollte der Vesuvio zubereiten. Der Lüfter wurde diesmal sofort nach dem durchglühen auf Stufe 2 gestellt, und die Keulen kamen nicht in die Mitte des Grills. Es bruzzelte mächtig und beim Grillen entstand auch ab und an Rauch. Die Rauchentwicklung und der Fettbrand blieben aber viel geringer als bei einem normalen Holzkohlegrill. Die Keulen brauchen recht lange bis sie durchgebraten sind, das ist auf dem normalen Holzkohlegrill auch nicht anders. Es tropft kein Fett in die Holzkohle, aber natürlich tropft es in die heiße Innenschale und es kommt natürlich auch an den Grillrost. An diesen Stellen kommt es dann zur Rauchbildung, oder es entstehen kleine Flammen. Ich empfehle auf fettiges Grillgut zu verzichten. Würstchen aller Art, Lammsteaks, Rindersteaks, Schweinelachs, Hähnchenfilets, Putenfilets , Scholle, Seezunge, Gemüsespieße, Putenspieße, Fischspieße das und noch viel mehr lässt sich rauchfrei grillen. Also auf dem Balkon oder direkt neben einem Camping- Nachbarn würde ich lieber auf Fettiges Grillgut verzichten. Der Vesuvio hat aber auch diesen Härtetest mit Bravur gemeistert, denn Fettiges Grillgut kann man nicht Rauchfrei grillen! Übrigens habe ich nach der Fertigstellung der Keulen Holzkohle nachgefüllt. Die Reling des Rostes bleibt auch nach längerer Zeit noch kalt, so das man den Rost ohne Handschuhe abnehmen kann. Der Deckel über dem Brennkorb ist allerdings glühend heiß mit der Grillzange oder einer Gabel lässt er sich aber leicht abnehmen. Vorher sollte das Gebläse aber auf 0 gestellt werden. Unten im Brennkorb waren noch einige Kohlestücke, also braucht man kein Anzündgel mehr. Nur den Deckel wieder drauf und den Rost wieder anschnallen, Gebläse auf 3 und in 2 bis 3 Minuten ist die Kohle wieder durchgeglüht! Dann kamen noch mal 6 Hähnchen- Röllchen und ein Putenspieß drauf. Das ging dann wieder völlig Rauchfrei, vom anzünden bis zum fertiggaren! Meine Familie war durchweg begeistert und mit dem Geschmack und der Grillgeschwindigkeit bestens zufrieden!

Kochen auf dem Vesuvio:

Zu Hause braucht man den Vesuvio rauchfrei Grill nicht zum kochen, aber beim Camping ist er als Kocher unerlässlich. Denn wenn man mal draußen Fisch zubereiten möchte, oder einen Eintopf köchelt dann ist es Ideal das nicht im Campingfahrzeug zu machen. Unangenehme Gerüche bleiben draußen. Auch kann mann schnell mal ein paar Brötchen vom Vortag aufrösten oder in einer Pfanne Bratkartoffeln garen. Köstlich und ohne Geruch im Wohnwagen oder Wohnmobil. Aber auch als Zelt- Camper ist der Vesuvio nicht nur Grill sondern auch Kochstelle für Ravioli, Tee oder Kaffe. Ein Fertiggericht erwärmen oder eine Tütensuppe mit dem Vesuvio brauchst du nur ein Gerät für alles! 

Fazit:

Der Holzkohle Tischgrill ist einfach aber sehr effektiv. Das Grillergebnis ist sehr gut und der Geschmack des Grillgutes steht dem normalen Grill nichts nach. Holzkohle Grillen bleibt eben die Nummer 1.

Über die Haltbarkeit des Grills auf Dauer kann ich natürlich wegen der kürze der Test-Zeit nichts sagen. Die verbauten Materialien und die Perfekte Verarbeitung lassen aber auf eine lange Lebensdauer schließen. Was könnte kaputt gehen? Der Brennkorb, der Akku und vielleicht der Lüftermotor. Alles gibt es als Ersatzteil ohne das der Grill zur Reparatur aufwendig eingesendet werden muss kann das jeder selbst austauschen. Den Preis finde ich angemessen, das Preis-Leistungsverhältnis ist gut.

Der Grill kann das was man von ihm erwartet wenn er richtig genutzt wird. Fettes Fleisch wie Schweinebauch, Geflügel mit Haut oder Spieße mit Speck sind nicht so gut geeignet, in kleinen Mengen kann der Vesuvio aber auch das bewältigen. Die Reinigung ist einfach aber nur in die Spülmaschine ohne einweichen oder mit der Bürste vorreinigen geht nicht!

Ich kann den Feuerdesingn Grill in allen Belangen empfehlen!

Tipps:

Gute Holzkohle verwenden, die Stücke müssen klein sein!

Den Akku vor dem ersten aufladen ausbauen und den Isolierstreifen entfernen.

Nicht zu fettes Grillgut verwenden! Nur nicht fettiges Grillgut lässt sich auch rauchfrei grillen!

Immer erst mal nach dem durchglühen der Holzkohle und vor dem auflegen des Grillgutes den Lüftermotor auf Stufe 2 zurück stellen

Vorsicht beim auflegen des Grillgutes in die Mitte des Grills, dort verbrennt es schnell wenn man nicht aufpasst!

Die Mitte des Grills ist ideal für Rindersteaks aller Art, auch für dicke Stücke Fleisch. Anbraten und dann zur Seite ziehen und nachgaren!

Den Grillrost nach dem Grillen mit der Bürste vorreinigen, über Nacht einweichen und dann in die Spülmaschine geben!

Beim kochen nicht zu hoch einstellen, meistens reicht Stufe 1 bis 2 aus!

 
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